Samstag, 21. April 2018

Der außerordentliche Allaventurische Konvent

15. Ingerimm 1020 BF

Am Pentagrammaton angelangt, stellen wir fest, dass hohe Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden. Nur geladene Gäste dürfen eintreten und draußen sammelt sich jegliches Gefolge der Magister. Vorm Eingang stehen gut ein dutzend Mitglieder der OdL und einige Bewaffnete. Nachdem man uns einlässt, erfolgt eine zweite Kontrolle der Pfeile des Lichts unter einer Mindorium-Rute, die wohl dämonisches erkennt und mit allerlei Schutz- und Bannzaubern belegt ist. Wir werden einzeln und nacheinander in einen Raum gebeten, in dem wir uns vollständig entkleiden müssen und nach Dämonenmalen überprüft werden. Dies gestaltet sich jedoch bei uns etwas schwierig. Man hört draußen noch Isonzos Widerworte "Ich kann diesen Handschuh nicht aussziehen" , doch kurze Zeit später scheint alles geklärt. Ragnar hält es nicht einmal für nötig in den Raum zu gehen, sondern entkleidet sich bereits im Gang und wird ebenfalls eingelassen. Auch Kaldrims Falke scheint sich ruhig zu verhalten um niemanden zu erschrecken. Bei mir jedoch sieht man deutlich den Schock und die Bewunderung in den Augen der Wachen, doch auch ich werde hineingelassen. Ich halte mich bedeckt, mache mich kleiner als ich eigentlich bin und unscheinbarer. Meine Kleidung verhüllt mich fast vollständig, so dass niemand so recht ahnt, wie schlimm ich tatsächlich gezeichnet bin.

Magister Sirdun Cosma, der Zeremonienmeister, bittet uns ihm zu folgen und wir kommen in einen wunderschönen Außenbereich, gleich einem Park. Weiße Rohalssiegel blühen dort und ein Blick auf den Bau der Akademie offenbart uns, dass das Gebäude keinerlei Fugen aufzeigt und sicherlich nicht von Menschenhand erbaut wurde.

Wir gelangen an eine kleine Gruppe von drei Magistern. Khadil Okharim, mein alter Lebensretter,
Spektabilität Prysha von Garlischgrötze zu Grango, die Vorsteherin der Grauen Gilde und Rakorium Muntagonus. Als ich Rakorium erkenne, weiche ich in die Büsche aus und höre bereits von Weitem wie er sich erneut über das Üble des Echsischen auslässt. Cosma stellt alle gegenseitig vor und irgendwann verlässt Prysha mit Rakorium die Gruppe und ich komme hervor und begrüße ebenfalls meinen alten Freund, der sichtlich schockiert ist über meine Verwandlung. Wir verabreden uns für den Abend im Yaquirien um in Ruhe unter wenigen Augen zu sprechen.

Wir werden weiter geführt und lernen Rohezal vom Amboss, den verhüllten Meister kennen, ebenso wie Magister Schlangenstab aus Kuslik und Magister Eisenkober aus Angbar, der uns sehr missmutig und abschätzend begutachtet.

Wieder im Gebäude treffen wir auf Salpikon Savertin, Magister Silberbraue und den alten Puschinske aus Lowangen, der uns interessiert anschaut, während Salpikon versucht uns freundlich zu begrüßen und wir ihm mehr als deutlich unsere Abneigung zeigen.

Als wir auf eine weitere Gruppe stoßen, der wir vorstellig werden, möchte Magister Pôlberra Ragnars Auge näher untersuchen und beginnt ganz nebenbei einen Zauber zu wirken, was Ragnar jedoch bemerkt und kurzerhand hat er den alten Magus am Kragen gepackt, leicht in die Höhe gehoben und mit einigen Drohungen wieder abgestellt. Währendessen umgarnt Kaldrim dessen wunderschöne Begleitung aus Brabak. Er ist noch immer ein Charmeur, wie er im Buche steht.

Einige Meter weiter sehen wir Xenos von den Flammen sich mit zwei Hexen unterhalten und auch Tarlisin von Borbra entdecke ich von Weitem. Er sieht erholt aus, auch wenn sein Schatten noch immer fehlt.

Wir kommen in die Konventhalle. Ein großer kreisrunder Saal von gut zwanzig Schritt Durchmesser und einer Höhe von sicherlich doppelt so viel. Eine riesige Kuppel aus dem gleichen grünen Marmor wie der Rest der Akademie, überdacht den Saal und ein großes silbernes Pentagramm ist in die Decke eingelassen.

Eine Glocke ertönt und die Halle füllt sich. Rechts nehmen die Magier der weißen Gilde Platz, in der Mitte die der Grauen und links die Schwarzmagier. Wir bekommen Plätze in der Mitte in der zweiten Reihe zugewiesen. Gut 600 Magier haben sich her versammelt und ich versuche den starken Geruch der versammelten Magie auszublenden, ehe er mir die Sinne raubt.

Spektabilität Prysha von Garlischgrötze zu Grangor eröffnet mit einer Rede den Konvent und ihr folgen zwei weitere Magister, ehe die Veranstaltung offiziell eröffnet ist.
Danach beginnt eine hitzige Debatte, mit vielen abwechselnden Sprechern, da jeder meint erst einmal seine Meinung kund tun zu müssen.

Auf einmal steht Kaldrim am Pult und denunziert Salpikon Savertin vor aller Augen, wegen seinem unüberlegten Handeln mit der Bruderschaft. Doch er vergibt ihm in Anbetracht der jetzigen Situation. Es entsteht einiger Tumult daraufhin und als dieser sich langsam wieder legt, übernehme ich das Wort.

Verhüllt und gebeugt stelle ich mich ans Pult und beginne von Anfang an zu berichten, wie Borbarad zurückkam und wann wir bisher auf ihn oder seine Handlanger getroffen  sind. Bevor ich jedoch ende, weise ich auf uns als Gezeichnete hin und gebe ihnen einen schockierenden Einblick, was es bedeutet gezeichnet zu sein. Noch während ich spreche, werfe ich meinen Umhang ab, richte mich zu voller Größe auf und jedermann kann erkennen, wie geschuppt ich mittlerweile bin und meinen linken Echsenarm... zudem ist meine wahre Größe und Muskelkraft gut sichtbar. Doch dies alleine reicht mir nicht. Ich rufe mein N'Churr ab und verwandle mich vor den Augen des Konvents in die Wächterechse, was allgemeines Chaos verursacht. Die Pfeile des Lichts kommen herbeigeeilt, die Magister versuchen untereinander aufgebrachte Kollegen zu beruhigen. Wegen der aufgeheizten Stimmung, stimmt Kaldrim plötzlich das Friedenslied an, doch auch dies ist in gewissem Sinne eine magische Anwendung und kurzerhand wird er aus der Halle entfernt. Rohezal zieht mich von der Bühne in Sicherheit, doch meine Verwandlung ward nur kurz und längst habe ich mich wieder zurück verwandelt und rufe den Bestürzten noch hinzu, ehe ich von der Bühne gehe "Vielleicht versteht ihr jetzt, was es heißt gezeichnet zu sein!" Dann setze mich wieder auf meinen Platz und genieße das aufgebrachte Schauspiel.

Nachdem die Gemüter sich wieder beruhigt haben, fängt Isonzo an zu sprechen. Er ist auf einmal angezogen wie ein Magus und wie ein schlechter Jahrmarktszauberer zaubert er einen Hasen aus dem Hut und macht den Magiern damit deutlich, wie leicht man sich täuschen lassen kann, denn jeder einfache Bauer hätte dies sicherlich als etwas fantastisches erlebt. Täuschung ist nur allzuleicht, man darf sich auf nichts mehr verlassen in diesen Zeiten. Als er endet, kündigt er gleichzeitig Kaldrim an mit allerlei Titeln, die ihm nicht alle wirklich zustehen.

Kaldrim beginnt zu sprechen und das was er sagt, erzürnt mich zutiefst. Er macht den Magistern tatsächlich den Vorschlag mit IHM, dem Dämonenmeister, dem Sphärenschänder, dem schrecklichen Eroberer und vielfach Verfluchten, diplomatisch zu verhandeln um weiteres Blutvergießen aufzuhalten. Ich bin wie vom Schlag getroffen. Mein Gefährte, der dieselbe beschissene Bürde trägt ein Gezeichneter zu sein, dem , wie Ragnar immer sagt, die Sonne aus dem Arsch scheint, der immer positive und an das Gute glaubende.... er muss völlig den Verstand verloren haben.... in den Reihen der schwarzen Gilde ist Zustimmung zu vernehmen, während die weiße immer ungehaltener wird. Was, bei den Zwölfe, denkt er sich dabei!?!?

Rakalla Rabenmund stürmt ans Pult und verlangt uns als Gezeichnete vom Konvent auszuschließen, was wiederrum ungleiche Stimmungen unter den Anwesenden hervorruft.

Prysha beendet schnell für heute den Konvent und ich stürze wutentbrannt aus dem Saal... auf dem Weg zurück und im Hotel beginnt ein festes Streitgespräch mit Kaldrim, bei dem wir ein weiteres Mal nicht alle seiner Meinung sind!

Wiedersehen mit Kaldrim

15. Ingerimm 1020 BF

Punin ist völlig überfüllt. Seit Tagen schon wirkt die Stadt wie ein Ameisenhaufen. Nicht nur der allaventurische Konvent hat Menschen in die Stadt gelockt, sondern zeitgleich ist auch der Geweihtenkonvent und das große Wagenrennen. Es herrscht eine ausgelassene, fröhliche Stimmung, doch trotz allem liegt auch ein bedrückendes Gefühl über der Stadt  - eine Mischung zwischen der Heiterkeit des Südens und der Sorge, aufgrund der Geschehnisse im Nordosten.

Wir haben die Königssuite im Hotel Yaquirien bezogen und werden fürstlich bewirtet. Als wir gerade beim Frühstück sitzen, öffnet sich plötzlich die Tür und Kaldrim kommt herein. Fröhlich wie eh und je, excellent gekleidet und mit einem strahlenden Lächeln auf dem Gesicht begrüßt er uns. Isonzo springt freudestrahlend auf und begrüßt seinen alten Freund, während ich mich vor Schreck an meinem Brot verschlucke, dass ich vorerst nichts erwidern kann. Ragnar begrüßt ihn ebenfalls in alter Nordmannmanier.

Einerseits erfreut ihn wiederzusehen, andererseits fast schon schockiert über seine gute Laune, als wenn das letzte Jahr nichts passiert wäre, begrüße ich ihn ebenfalls und kann es nicht unterlassen ihn gleich zu rügen, warum er sich niemals die Mühe gemacht hat, uns über sein Wohlergehen zu informieren. Während wir in den Schlachten gegen Borbarad stand hielten, machte er sich eine schöne Zeit in den Beilunker Bergen. Ich bin schon fast fassungslos über solch eine egoistische Einstellung. Kaum dass der Zwerg noch keine fünf Minuten in unserem Quartier steht, entbrennt ein Streit zwischen Kaldrim und mir, während Ragnar die Augen verdreht und anfängt hartgekochte Eier zu vertilgen.

Kaldrim erzählt uns, dass er beim Raben von Punin war und auf sein ehrenvolles Grab verzichtet. Sollte er je sterben, möchte er nicht über andere gestellt sein, sondern auf normale Weise bestattet werden, wo auch immer es gerade passt.

Während des Frühstücks werden die Nerven des Bediensteten noch ein wenig auf die Probe gestellt, da sowohl mehr Eier, als auch Kokosnüsse gewünscht werden, wie auch Wein, Rum, Früchte und Trüffel. Isonzo bereitet eine Bowle zu, ein Gemisch aus Wein und Rum mit Früchten. Ein interessantes Getränk. Doch bald machen wir uns auf den Weg zum Konvent, während Isonzo schon einen leichten Schwips hat.

Kaldrim lässt sich in einer Sänfte zur Akademie tragen, während Isonzo mit seinem Pferd voraus reitet und ihm Platz verschafft, selbstverständlich mit lautstarker Ankündigung Kaldrims. Ragnar und ich gehen in weitem Abstand hinter dem ganzen Geschehen, damit wir nicht mit ihm in Verbindung gebracht werden. Die Straßen sind realitiv frei und es stellt sich heraus, dass das gesamte Theaterviertel für den Konvent abgeriegelt wurde...


Donnerstag, 12. April 2018

Ein überraschendes Wiedersehen

10. Ingerimm 1020 BF

Genug der Nachforschungen, ich gebe es auf. Soviel gesammeltes Wissen und soviel Unnützes dabei. Seit Monaten stecke ich in Büchern, mein Kopf ist voll und ich habe das Gefühl  kein bißchen weiter gekommen zu sein.

Ich mache mich auf den Weg in die Madathermen und lasse den Schmutz und die Gedanken der letzten Zeit in ein warmes duftendes Dampfbad gleiten....ein guter Plan...

Dort angelangt, erreiche ich durch eine gute Entlohnung und aufgrund meiner  Erscheinung, dass eines der Becken für zwei Stunden mir alleine überlassen wird...

Ich entkleide mich und betrete langsam die wohltuende Therme. Entspannt schließe ich die Augen und lasse das erholsame Bad wirken, während ich versuche alle Gedanken für einen Moment fallen zu lassen und nur diese Wärme zu genießen. Das Becken gehört ganz mir und ich verschwende keinen Gedanken daran, welche Konsequenzen dies nun für die Therme haben könnte...Es ist mir egal, ob der Besitzer tratschen würde, es ist mir egal ob die anderen beiden Becken nun voller waren und ich will auch keine Diener, die eher erschaudern würden ob meines Anblicks anstatt mir zu Willen sein zu wollen, wie sie es sonst gewohnt waren...

Ich will einfach nur meine Ruhe und abschalten....Ich betrachte meinen Körper, der sich die letzten Jahre so verändert hatte. Ich war größer und muskulöser geworden, meine Beine strotzten vor Muskeln, jeder einzelne zeichnete sich deutlich ab und ich erinnerte mich an die großen Sprünge, die ich mit Ihnen vollziehen konnte.
Überall wo ich je verwundet wurde, hatten sich Schuppen anstatt Narben gebildet und das waren mittlerweile unzählige Stellen. Doch fühlen sie sich vertraut an, keinesfalls widerwärtig, sondern trotz allem als ein Teil von mir. Ich streiche mir über den neuen Arm und lächele. Ich bin in diesem Moment einfach nur dankbar. Hier im Bad bin ich seit langem nicht mehr so schwermütig und angewidert von mir selbst, sondern bin für einen Moment im Einklang mit mir... Als die Kämpferin Yamira, mit der Kraft und dem Schutze des Wächters, mit den Gaben und dem Geschenk, welches mir zuteil geworden war und ich lächele und tauche kurz unter...

Als ich gerade wieder auftauche, höre ich Schritte näher kommen. Trotz des Kräuterduftes dringt mir ein weiterer Geruch in die Nase, den ich lange nicht mehr gerochen habe. Doch es sind mehr als nur eine magiebegabte Person. Ich spüre wie mein Inneres sich schon wieder versucht zu regen, doch ich kann es kontrollieren und erwartungsvoll blicke ich in Richtung des Eingangs.
Ragnar kommt herein, gefolgt von Isonzo und einer jungen Frau, an deren Seite ein Wolf steht und es wird ein erfreutes Wiedersehen, bei dem wir uns austauschen was die letzte Zeit geschehen ist. Es gibt Anzeichen, dass dieses Mädchen eine weitere Gezeichnete ist.

Nach dem Bad bringe ich die drei ins Hotel Rashdulswall und kümmere mich um einen Konferenzraum im Hotel Yaquirien, damit wir ungestört reden können, was wir am Abend auch tun.

Wir erfahren, dass wir ab dem 13. Ingerimm die Suite des Hauses freigehalten bekommen haben. Eine Einladung der Akademie zu Punin, die wir dankend annehmen...

Nachforschungen in Punin

15. Peraine 1020 BF

Seit Wochen bin ich nun schon hier in Punin und durchforste Bibliotheken und halte Gespräche, doch das was ich erfahren habe, reicht mir nicht.

Die ODL hat mich freundlich aufgenommen und mir Quartier gegeben. Tarlisin ist noch am Leben, aber geschwächt und ohne Schatten. Er versucht derzeit wieder zu Kräften zu kommen um weiter gegen den Dämonenmeister zu kämpfen.

Den Borontempel habe ich bereits ebenso besucht und wurde mir erneut meines bevorstehenden Todes bewusst. Doch noch ist dies nicht das Ende.

Meine Erforschungen ergaben nicht viel. Ich versuchte über unsere Zeichen mehr zu erfahren.

Über das Rubinbauge fand ich im Codex Esmeraldus ein wenig: 
Der Rubin (tulamid. Almadin nach dem Hauptfundgebiet) stammt typischerweise meist aus Zwergenminen, gilt nur dem Diamant als nachstehend in Adel und Zauber. Er ist der heilige Stein des Ingerimm und wird in der Alchemie mit Körperkraft assoziiert. 
Die Rubine sind z.B. auch eines der südlichen Sternbilder, direkt neben Satinav. Acht rötliche Sterne, sichtbar von Hesinde bis Rahja, aufgehend auf der Höhe von Al'Anfa. Der Sage nach das gestohlene Diadem der Dämonenkaiserin Hela-Horas, astrologisch als List, Verschlagenheit und Planung anzusehen.
Der größte Rubin war der Stern von Selem. Er soll viele ins Unglück gestürzt haben. Wo der Rubin sich befindet, ob er überhaupt noch ganz an einem Stück existiert ist offiziell nicht bekannt.
Es gibt in einigen verstaubten Büchern Andeutungen, dass der Rubin eine Rolle bei den Magiermogulen und den Skorpionkriegen gespielt haben soll. Es wird von einem gewissen Assarbad erzählt, der einst damals diesen Mogul verraten hat. Der Magiermogul ging mit der Stadt Zhamorrah unter. Was aus dem Stein wurde ist nicht bekannt.

Über die anderen Zeichen fand ich nicht wirklich was.
Ich stellte noch Nachforschungen über Rohal und seine Verbindung zu Borbarad an, aber außer die komplette Lebensgeschichte Rohals und Borbarads kam ich auch da nicht sinnvoll weiter.

Immerhin habe ich mich mittlerweile wieder ein wenig beruhigt und genieße die Wärme und das Leben der Stadt.

Dienstag, 20. Februar 2018

Der Wächter in mir

10. Firun 1020 BF

Ich starre in ein verzerrtes Spiegelbild. 

Was ist nur aus mir geworden? Ein Monster! Gelbe Echsenaugen, keinerlei Haare, überall stellenweise Schuppen, doch groß und kräftig, für viele nur furchteinflößend ... Ist es ein Fluch oder eine Gunst? Ich bin gerade mal 30 Götterläufe alt... erst wird aus mir eine Greisin, dann ein wildes Echsenwesen, dass jeden erschaudern lässt.

Ein Blick auf die Einladung aus Punin macht mich nervös. 

Wieder einmal bieten sie uns an mit teilzuhaben und doch wird wieder keiner Zuhören. Wieder wird man uns verhöhnen oder gar für mit schuldig befinden, da wir ihn noch immer nicht aufgehalten haben. Es wird erbärmlich stinken, wenn soviele Magier anwesend sind. Ich hörte davon, dass selbst Schamanen, Hexen und Geoden daran teilhaben werden. Es wird mir den Atem rauben. Womöglich werden sie mich sezieren wollen....

ER ist uns immer noch einen Schritt voraus. Ich bin mit Ragnar so schnell wir konnten nach Warunk geeilt um die Stadt zu warnen, doch alles umsonst. Auch diese Stadt wurde eingenommen unter großen Verlusten. Wenigstens haben wir überlebt. All diese nutzlosen Kämpfe, die mich IHM nicht näher bringen. Wir helfen und kämpfen wo wir nur können, doch nur um ein paar wehrlose Seelen zu schützen. Das ist nicht mein Kampf. Ich will mehr! Ich will IHN! Er ist dafür verantwortlich, dass ich so bin, wie ich bin und eines Tages wird mein Ruhm kommen.

Meine gelben Echsenaugen starren mich an, ich bewege meine linke Hand und es fühlt sich vertraut an, auch wenn es nur drei Krallenfinger sind... ich balle sie zu einer Faust und heftig schlage ich auf den Spiegel vor mir, der in tausend Splitter zerfällt....

Was soll man den Nichtsnutzen nur erzählen? Sie hören ja doch nicht zu! Und sie verstehen nicht! Keiner versteht! Nicht die ganzen Zauberer, nicht die Geweihten und auch nicht die ganzen Philosophen und Propheten mit ihren dämlichen Prophezeiungen, die keiner versteht. Was soll es bringen, auf einem Konvent mit lauter Zweiflern unnötig zu diskutieren! Taten zählen, nicht Gerede! Die Welt wird Stück für Stück untergehen, während wir Reden schwingen! Welch vergeudete Zeit!

Wir brauchen eine Armee, die IHM trotzen kann! Keine unnötigen Diskutierereien! Kämpfer, die für Opfer bereit sind! Ich bin bereit! Ich bin sowas von bereit! Ich kann es kaum noch erwarten das Blut meiner Feinde zu trinken!

Ich lecke meine blutige Faust ab und atme tief ein und aus 


 Beruhige dich! Entspanne dich! Bleibe Yamira und lasse dich nicht so oft beherrschen!

Langsam öffnen sich meine Finger wieder... meine Rage lässt nach und ich starre auf die Spiegelsplitter zu meinen Füßen 


 Ich fühle nichts... keinen Schmerz, keinen Kummer, keine Freude ... das Gefühl der Gleichgültigkeit ist mit der Zeit immer stärker geworden...


Sonntag, 18. Februar 2018

Ein weiterer Bote

18. Travia 1020 BF

Isonzo und ich haben einen weiteren Brief erhalten. Von Kailäkkinen persönlich. Wir, die Gezeichneten, sollen zu ihm in den hohen Norden kommen, wegen einer sonderbaren Nivesin.
Sie hat seit dem Sommer seltsame Alpträume und auch sonst scheint sie in irgendeiner Weise mit dem Erscheinen Borbarads in Verbindung zu stehen, aber selbst Kailäkkinen misstraut ihr Wolf, der sie beschützt. Unsere Anwesenheit scheint von Nöten zu sein. Sicherlich haben die anderen auch diese Nachricht erhalten.

Doch in mir wehrt sich mein echsisches Ich. Ich kann nicht im Winter in den Norden reisen. Selbst Kailäkkinens Prophezeiungen und auch der Aventurische Bote meldeten schon einen unnatürlichen Winter. Ich würde dort nur in eine Kältestarre verfallen. Diesmal müssen die Gezeichneten ohne mich agieren.

Ich bäume mich auf und schreie vor Wut. Auf Kurkum war ebenfalls das Eis mit ihnen im Bunde. Sollte der Dämonenmeister nur mit den kalten Elementen vorrücken, sehe ich schwarz für meinen Kampf. Wenn Eis und Frost seine Verbündeten sind, welche Chance hab ich dann?!

Verärgert gebe ich meiner Bestimmung nach und verabschiede mich von Isonzo. Ich werde schon vorab nach Punin ins Warme reisen um Kraft zu schöpfen für alles was da kommen mag und um mich auf den Allaventurischen Konvent vorzubereiten.

Ebenso möchte ich in Punin über unsere Zeichen weiter forschen.

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Eine Einladung


Anfang Travia 1020 BF in Gareth

Einige Tage später erreicht mich ein Bote und lädt mich zum Allaventurischen Konvent nach Punin ein. Auch Isonzo hat einen Brief bekommen. Diesen Magiern werde ich Beine machen…. Ich hoffe, Kaldrim, Hurdo und Ardo sind noch am Leben und werden der Einladung ebenfalls nachkommen…sollte sie je angekommen sein...Ragnar wird sicherlich ebenfalls eingeladen worden sein.



Nächtlicher Wahnsinn


Ende Efferd 1020 BF

Aufgewühlt wälze ich mich hin und her ehe ich in einen unruhigen Schlaf falle.

Plötzlich durchfährt mich ein furchtbarer Schmerz. Ich richte mich auf und umklammere meine linke Schulter. Was geschieht mit mir? Ich reiße mir das Hemd vom Leib und starre auf meinen linken Arm. Etwas scheint sich langsam zu bilden. Ich schreie auf, wälze mich auf dem Boden. Es schmerzt so furchtbar, dass es mir fast die Sinne raubt. Stück für Stück schält sich ein grün-bräunlicher Echsenarm aus meinem linken Armstumpf. Die Schmerzen werden immer schlimmer, Tränen laufen mir aus den Augen und ich lange nach einem Stück Holz und klemme es mir zwischen die Zähne. Stunden vergehen, ehe ich völlig geschwächt und schweißüberströmt zu mir komme und auf meinen linken Arm starre. Wo vorher nur ein Stumpf war ist nun ein Echsenarm, der sich völlig vertraut anfühlt. Ich bewege die fünf Echsenkrallen und versuche mein Schwert zu greifen und es gelingt mir.

Ich streiche mit der rechten Hand über die kühlen Schuppen, die sich ebenfalls vertraut anfühlen. In mich gehend danke ich den Wächtern und den Göttern für dieses Geschenk. Wehe dem, der mir in die Quere kommt…

Ich verlasse das Zelt und gehe zum Bach… das erste Mal seit Jahren, dass ich mir mit zwei Händen Wasser schöpfe… ich schaue in den blutrot gefärbten Himmel des nächsten Sonnenaufgangs… Ich werde meinen Kampf bekommen, Bethanier! Irgendwann….aber nichts geschieht ohne Grund… jetzt bin ich soweit!